Surfkarriere

Meine Surfkarriere

Mit 9 Jahren habe ich das Windsurfen in Kalabrien begonnen. Ein Jahr zuvor, 1975, hat mein Vater das erste Mal ein Windsurfbrett ausprobiert, ein Ten Cate in Spanien. Ein Jahr später, 1976, hat er mir diesen Sport beigebracht auf einem Mistral Allround. Dieses Brett hatte eine Gummikante und wog ca. 25 Kg. Am Anfang war es für mich schwerer, daß Brett alleine zum Wasser zu tragen, als überhaupt zu surfen. Das Foto rechts zeigt meinen Vater 1976 in Kalabrien auf einem Mistral Allround.,

Simulator in Calabrien

Auch ich habe in jenem Jahr das Surfen auf einem Simulator am Strand begonnen. Auf dem linken Bild ist dieser Simulator am Strand Kalabriens zu sehen.

In den folgenden Jahren haben wir verschiedene Bretter ausprobiert, wie
z.B. einen Hi-Fly, einen Klepper S6, der schon Fußschlaufen besaß und einige Sprünge erlaubte, einen Ostermann Windglider mit der typischen Delle im Heck und dann für 2-3 Jahre Mistral Competition, welches mein bevorzugtes Surfboard wurde. Es wiegte noch immer über 20 Kg, aber erlaubte schon einige Halsen zu fahren und auch schnelles Gleiten (für damalige Verhältnisse) klappt schon, allerdings immer mit einem Fuß am Mastfuß abgestützt, denn Fußschlaufen hatte dieses Board noch nicht.

Das untere Foto zeigt mich auf dem Kalterer See (Bozen) mit einem Mistral Allround (der mit der Gummikante).  Ich am Kalterer See

Surf Kalterer SeeWir besaßen verschiedene Segel, das Sturmsegel, das Allroundsegel und das Regattasegel. Diese waren alle dreieckig und natürlich hatten diese noch keine Latten, Flip-top, Twist, Camber oder Monofilm, sondern nur etwas Segeltuch … sonst nichts… 🙂

Natürlich war auch das Trapez noch nicht erfunden und deshalb war es äußerst schwierig bei viel TunesienWind auf dem Brett zu bleiben. Im Jahr 1986 habe ich endlich ein Brett mit Fußschlaufen probiert, das Mistral Tarifa und ich hatte auch schon ein Trapez, wie man auf dem linken Bild, gemacht in Tunesien, sehen kann.
Schon ein Jahr zuvor hat sich mein Surfleben grundlegend geändert, denn ich habe den Führerschein gemacht und konnte somit nach Holland zum Surfen fahren. Das haben wir dann auch fast jedes Wochenende gemacht, denn von Köln bis zur Nordsee sind es nur 4 Stunden. Mein eigenes Board war die Fanatic Viper, auch diese hatte schon Fußschlaufen, hatte ein konkaves Unterwasserschiff und erlaubte trotz ihrer 3,40m schon Halsen.

Mein erstes Auto war ein Suzuki SJ410, komplett mit Suzuki mit AnhängerSurf-Anhänger für 5 Surfbretter (Marke Eigenbau). Es war immer ein Abenteuer mit diesem Auto nach Holland zu fahren, da das Auto immer ausging und der Anhänger immer kaputt war und wir diesen fast immer schweißen mußten bei unserer Ankunft in Holland. Oft blieben wir auch in Belgien auf der Autobahn stehen… 🙂
Das nächste Auto war etwas zuverlässiger, aber ich hatte noch immer Escort mit Anhängerden gleichen Anhänger. In dieser Zeit waren wir oft in Holland, wo wir zwar immer bittere Kälte, aber viel Wind antrafen.
Wie man auf dem Foto sehen kann, haben wir schon zu dieser Zeit Segel mit Cambern benutzt. Auf dem Halse in HollandBild benutze ich einen Sunset Slalom, ein Brett das mir sehr gut gefiel, auch wenn ich 2 davon durchgebrochen habe… siehe weiter unten.. 🙂
Es war die Zeit der Regatten, als ich Euro Funboard Cup in Deutschland zusammen mit Reimar Kästner und Dirk Muschenich fuhr. Leider ist Reimar in einem schrecklichen Verkehrsunfall zwei Jahre später ums Leben gekommen. Eurofunboardcup mit Reimar KästnerDas Foto zeigt Reimar auf seinem Bulli.  Allerdings haben mir die Regatten nie wirklich viel Spaß gemacht. Entweder war zu wenig Wind, es hat geregnet oder wenn mal Wind war, hatte die Regattaleitung noch keine Bojen gesetzt. Der Großteil der Surfer schliff den ganzen Tag die Finnen und polierte das Brett. Oder spielte Backgammon. Da wir meistens in Norddeutschland (Sankt Peter Ording, Fehmarn, Travemünde, Wilhelmshaven usw.) waren, regnete es viel. Ich war damals gesponsort von Easy Rider und F2 und habe die Easy Rider Segel viele Jahre benutzt, da sie mir immer sehr gefallen haben. Einige der Segel habe ich heute noch, nach 16 Jahren! Der F2 Sunset Slalom war jahrelang mein Lieblings-Board, auch wenn ich 2 davon zerbrochen habe.(siehe Foto).
gebrochene SunsetVielleicht hätte ich keine Frontloops (damals waren es noch Cheese Rolls) mit einem Slalom Board machen sollen! 🙂
Das Bild ist in Fuerteventura aufgenommen, wo wir immer 6-7 Windstärken hatten.

In dieser Zeit war ich oft auf den Kanaren, ich habe Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria besucht. 1987 war ich in Gran Canaria mit Jörg Diwisch, wo wir viel Spaß hatten. Wir haben in Vargas gesurft, als dort noch nicht viel los war. Dann, zwischen Abi und Uni (Juni/Juli 1990) warCamper ich 2 Monate im Camper mit meinem österreichischen Freund Puschl (Michi Puschmann) in Fuerteventura. Es war ein super Urlaub, auch wenn ich eine Sunset durchgebrochen und ein Cheeseroll in FuerteTrommelfell gerissen habe. Wir haben dort die Cheese Rolls (von Cesare Cantagalli erfunden) geübt, auch wenn wir diese nicht immer gestanden haben. Auf dem Foto rechts sieht man eine Cheese Roll mit meinem Easy Rider 4.2er Wave Segel und meinem Rip Curl 256 Custom Wave board. Wir haben auch viele Manöver gelernt, wie den 360er, aerial-jibe (heisst heute Willy Skipper), Duck-Jibe, one-handed jibe und vieles mehr. Cheeseroll
Wir haben direkt am Strand im Camper geschlafen (ich hatte einen Merzedes 508D, 7 Meter lang, komplett ausgebaut mit Badezimmer (siehe Bild oben) und somit waren wir immer morgens die ersten und abends die letzten auf dem Wasser.
Das Anstrengendste war die Fahrt von Rosenheim nach Cadiz und von da 3 Tage mit der Fähre nach Gran Canaria. Der Camper hatte das ganze Dach voller Material, wir hatten unzählige Segel, meine NeedleGabeln, Masten und viele Boards dabei. Ich habe sogar meine Needle mitgenommen (Bild links), mit der wir in der Lagune von Sotavento den Speedrekord brechen wollten. Haben wir natürlich nicht geschafft.
Ich habe nicht mal eine Halse auf der Needle geschafft. 🙂

Fuerteventura war so gut, daß wir (Puschl und ich) beschlossen, direkt einen weiteren Urlaub dranzuhängen und so sind wir nach unserer Rückreise nach Deutschland und Österreich gleich wieder los nach Mit Puschl in MaroccoMarocco zusammen mit Bodo im August 1990. Ich hatte ein Jahr zuvor Rachid Roussafi in Agadir kennengelernt und Rachid (ein ausgezeichneter Surfer) lud mich in seine “Villa” in Essaouira ein. Also Rachid Roussafi in Marocco sind wir (Puschl, Bodo und ich) auf nach Essaouira in Rachids “Villa”. Als wir ankamen, stellten wir aber fest, daß die Villa nur eine Garage war mit 4 Matratzen, 1 Kerze und vielen Ratten, inmitten einer Müllhalde. Bild rechts zeigt unseren tollen Leihwagen, links ist Rachid mit mir und Bodo vor seiner “Villa”. Ich habe schon überall geschlafen, im Auto, Zelt, Fußboden der Fähre, Strand, Boardbag usw, aber in dieser Garage wollten wir keine 2 Wochen Urlaub verbringen. Wir haben uns also ein jump in MaroccoAppartment gemietJump in Maroccoet und Rachid eingeladen, bei uns zu wohnen. In Essaouira haben wir viel Wind und schöne Welle angetroffen und haben einige tolle Sprünge gemacht. Ich habe mir eine Wasserpistole gekauft und habe einhändige Sprünge geübt. (siehe Bild links)

(Fortsetzung folgt…)